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LÜCKENFÜLLER

Sonntag, April 29th, 2007

Ich habe Besuch aus Deutschland und kann leider deshalb nur sehr kurz einige Bemerkungen zum Tage machen:
Ich habe in der letzten Woche meine erste Präsentation vor versammelter Mannschaft im Büro überlebt. Unser Team musste die verschiedenen Projekte vorstellen und beschreiben worum es beim Bau der Colleges geht. Und das, während die Kollegen mit Bierflaschen in der Hand erwartungsvoll guckten. Das gemeinste war, das als ich fertig war nix mehr übrig war. Aber ein netter Kollege hat mich mit in einen Pup in der Innenstadt genommen und wir haben ein köstliches Bitter genossen.

Mit meinem Besuch waren wir gestern auf einer Party in den Außen, Außenbezirken der Stadt. Ich glaube, die Hälfte der Zeit haben Deutsche mit Deutschen Englisch geredet. Aus Höflichkeit. Auch hier wird gegrillt und da findet sich auch die „Bratwurst“ und zwar von Marks und Spencer! Da draußen in der Countryside ist es sehr malerisch und ziemlich grün. Aber eben auch weit vom Zentrum. Abends in die Stadt fahren, nur mit dem Auto….

Heute waren wir in Tatton Park einem weiteren Landsitz, der traumhaft in der Nähe von Rostherne liegt, einem englischen Dorf wie aus dem Bilderbuch. Eine superbe Ansammlung reizender Cottages und Landhäuschen, die leider nur zu sehen kriegt wer her kommt, weil nämlich mein Akku leer war…….

Nicole Willis

Mittwoch, April 25th, 2007

Ich war gerade, es ist 2300 Hours auf einem Konzert der fantastischen Nicole Willis and the Soul Investigators! Grossartiger Soul! Venue (Veranstaltungsort) war die Mint Lounge etwa 2 Minuten entfernt, ich konnte also echt british im Hemd hingehen. Das ganze war vor 10 Minuten zu Ende und ich bin daheim und stinke nicht nach Rauch, weil es eine „Striktly nonsmoking Venue“ war. Außerdem gab es alkoholfreies Bier in vernünftigen Mengen. Herz, was willst du mehr. Eigentlich nur hier wohnen bleiben.

Achso, der Cloakroom also die Garderobe war voll mit  Kostümen und Perücken gehängt. Sehr nett, auch die Unisex Toiletten mit dem Hinweis: Only Gents beyond this Point!

Gute Nacht Deutschland!

Nicht ärgern, wundern!

Dienstag, April 24th, 2007

Diesen Spruch bringt eine Kollegin immer gerne wenn wir über die kleinen Eigenarten der Inselhobbits lästern. Als Beispiel, Virgin Trains, ja, das sind die Züge von Sir Richard, dem Kinnbart, der ständig mit Irgendetwas um den Erdball fliegt, der ihm schon zur die Hälfte gehört.

Will man also nach London (Von Manchester und nicht von Frankfurt) dann muß man einen seiner bunten Züge nehmen. Das braucht dann 2 Std 15 Min. Soweit echt geil. Leider braucht man am Samstag 3 Std und am Sonntag …..4 Std. Und zwar weil da Engineering angesagt ist. Und das findet hier jeder normal. Engineering ist aber vielleicht um Mitternacht nicht vorbei und dann….. gibt es den schönen Spruch: When he Shit hits the fan….

Post engineering, by the way, ist wenn man am Bau was vergessen hat und Siemens Lufthaken braucht. Und Value engineering, sagt man wenn der contractor statt Glas, PVC vorschlägt. Was für den Architekten bedeutet, das die Sche…….den Ventilator trifft.
Wenn übrigens noch meine Aussprache dazu kommt, kann es dann passieren, das die Sche.. einen Lastwagen trifft. Fan (wie Fussball-Fan) und nicht Van (ausgesprochen Wenn).

Heute morgen habe ich mir eine Schale Müsli vor dem Fernseher gegönnt. Und Frühstücksfernsehen gesehen. Mit einem Bericht über „…the greenest City in Europa“ Tata…. Freiburg. Und schon war die Reporterin in Freiburg und beschrieb, Bauwerksisolierungen, ÖPNV, Bäume, Fahrradfahren und Brot vom Bäcker als Ökotopia. Dann interviewte sie eine unter Drogen (wahrscheinlich Mutterkorn) stehende Familie debil grinsender Fahrradhelm tragender Deutscher, die immer wieder betonten: „We love to save energy“ (Oh mein Gott habe ich auch so einen Akzent?)!

Mülltrennung verschwieg sie, weil hier in Manchester gerade die Medien zum Angriff auf die Kommunen blasen, die durch 14 tägige Leerung und Mülltrennung die Briten erziehen wollen. Und erzogen werden, das mag der freie Angel-Sachse nicht. Und wer Sustainability will kann ja nach Freiburg gehen!

Ich wollte noch nachtragen, dass ich am Wochenende ausgehend von der Endstation der einzigen Achterbahn, die Teil eines Nahverkehrssystems ist ( und wer mal bei 60km/h mit dem Metrolink nach Altricham gefahren ist weiß wovon ich rede) eine schöne Tour entlang des Bridgewater Canal gemacht habe. Dieser Kanal war einer der ersten und verband Manchester mit dem Mersey bei Liverpool. Heut ist er immer noch Teil eines riesigen Netzes, daß gerade im Moment wieder von den Narrow Boats befahren wird.

Der Kanal führt aus der Stadt in die offene Landschaft und ist aus Ingenieur Sicht mehr als beeindruckend. Eigentlich kann mann auf dem Kanal vom Meer an meinem Büro vorbei bis nach H. in den Peaks paddeln Oder ich kann „during the lunch break“ einen Ausflug nach Irland machen……….

Auf der Höhe einer Strassenunterführung unter dem Kanal ging es dann in den Landschaftspark von Dunham Massey. Vergleichbar mit Wolfsgarten, wer das kennt (liegt auf der, der Wetterau abgewandten Seite Frankfurts). Ich werde versuchen noch Bilder nachreichen, einstweilen gesagt, daß der Park sehr british ist und sehr gepflegt, da er dem National Trust gehört. Ebenso wie das Schloss. NT bedeutet auch immer ein gutes Restaurant und Cream Tea! Das Schloss war bis 1970 bewohnt und viele Zimmer sind so eingerichtet, als ob noch jemand da wohnt. Es spiegelt die Atmosphäre aus Filmen wie „Was vom Tage übrig bleibt“ Mit Sicherheit werde ich zusammen mit einem Picknickkorb im Sommer wieder dahin gehen! Wer kommt mit?

Montagmorgen

Montag, April 23rd, 2007

Allen zum Trost: Montagmorgen ist ein internationales Phänomen  selbst wenn man Diana Krall hört. Und obwohl das Wochenende wieder entspannend war. Mit einem Ausflug nach Dunham Massey, entlang des Bridgewater Canal, der grossartig war und von dem ich noch berichten werde.

Also allen einen schönen Montag. Macht was draus…….oder kriegt ihn rum.

Ich muss jetzt auf ABBA wechseln!

Vollkornbrot

Donnerstag, April 19th, 2007

ALDI hat wieder Vollkornbrot. Eine enorm wichtige Nachricht in einem Land in dem Wholewheat eigentlich nur heißt, dass die Weizenkleie, die Spelzen und die Säcke gemahlen mit ins Brot kommen. Nur um am Ende wieder das gleich Schaumgummi-Brot zu ergeben, das einen zu der Frage bringt, ob das was in den Regalen liegt vielleicht doch nur Deko ist und sie das richtige Brot irgendwo verstecken.

Also und da ich gerade bei ALDI war war ich noch bei ARGOS! Das ist habe ich mir sagen lassen so was wie Quelle, nur dass ich in Deutschland nie bei Quelle war…… Also ein Catalogue-Store! Man geht also rein und auf Tischen liegen besagte Kataloge, wie früher die Telephonbücher, als das noch Bücher waren. Da sind dann in meinem Fall 60 Bügeleisen versammelt, mit kleinen Tabellen in denen Steam, No Drip und Power Steam in Gramm (80g z.B. was immer, dass auch heißt) verglichen werden. Sehr praktisch. Daneben ist ein Terminal, in das man die Nummer eingeben kann, um zu sehen wie viele noch „on stock“ sind. Danach bezahlt man und bekommt eine Nummer. Auf einem Bildschirm sieht man dann an welchen Counter man, wann seine Bestellung abholen kann. Hinter der Theke laufen fleißige Geister ins Lage und holen was du gekauft hast. Praktischerweise, da das Lager weitläufig ist hört man Rufe wie:“ Anything from Juwellery and Watches Luv?“

In meinem Fall aber ein Kenwood Digital Steam Iron ( Digital, weil es hat einen kleinen Bildschirm, in echt!). Allerdings legte die Dame mit erst eine Fön hin. Ich wies sie dann freundlich daraufhin, dass ich gerne versuchen würde damit meine Hemden zu Bügeln, aber der Kunde der das Bügeleisen kriegt in Gefahr läuft…….

Da ich heute mit dem Zug nach H. zu Design Team Meeting gefahren bin, hatte ich das Vergnügen vom Büro zu Piccadilly Train Station ein Black Cab zu benutzen. Davon hat es nach der Webseite überhaupt nur 5 Baureihen gegeben, von denen die letzten 4 praktisch gleich aussehen. Das ist dann auch so ziemlich die letzte englische Automarke und hat tatsächlich alle Nachbauten verdrängt. Sehr Ihr, geht doch, das „By British“. Mit einem Affenzahn ging es durch Nebenstraßen, die Stadtautobahn und mehrere Gleisquädukte für 5 Pfund zur „Drop of Zone“ (Klingt nach Fallschirm, oder?). Einer der Gründe warum ich hier bin. Schon was anderes, als mit einem VW Passat zu Lokalbahnhof. Gell!

Und dann wollte ich ja noch vom Wochenende berichten: Frisch aus dem Peak, noch mit echter Landluft in der Lunge bin ich zu einer der üblen Ecken entlang der Wilmslow Road gefahren, oder leider gelaufen , weil die Haltestellen eigentlich keine Namen haben und ich an einer Nat West aussteigen sollte, wovon es leider mehrere gab. Also habe ich die Curry-Mile olfaktorisch genossen um dann eine Pub namens FUEL zu finden. Und zwar hier!.

Dieser Ort dient einer Zusammenkunft als Venue, die Red Deer Club genannt wird und ein „Bunter Abend“ mit verschiedenen handverlesenen Künstlern aus dem In- und Ausland (Scotland and Wales) aus dem Bereich Jazz-,Welt-,Folk-, and whatever ist. Handverlesen heißt, der Organisator wählt für den Abend mit Bedacht Musiker aus die zusammen passen und die kommen zum Teil von weit her. Das ganze findet in einem Wohzimmergrossen Raum über dem Pup statt, der dann mit 60-70 Leuten und DJ und Mischpult und Band…..gut gefüllt ist.

Das ganze war sehr familiär. Der junge Mann mit der Mundharmonika im Bob Dylan Stil meinte als ich an die Luft ging: „Please do not leave, I am next!“ Zu den Höhepunkten des Abends gehörten „Starless and Bible Black„(Hinter dem Link gibt es auch was zu hören!), die ihren Namen beim Scrabble gewonnen haben aber echt gut sind. (Nebenbei war es die Sängerin, die im gleichen Haus wie ich arbeitet und mich eingeladen hatte) Und dann natürlich noch John Smith der echt Johnny Cash Format hat, auch wenn er besser singt als der. Wer den Link klingt hört auch was von der Guitaren Technik die echt gut ist. Probiert mal den Title „Winter LIVE“!

Und jetzt guck ich „Six Feet Under“, ich habe nämlich alle Folgen in der Manchester Library ausgeliehen.

Wochenende im Grünen

Sonntag, April 15th, 2007

Wie versprochen (Bild)Bericht über die Visite im Peak District. Mein Bericht über den legendären „Red Deer Club“ folgt noch.

Also erst mal was zum Gucken, nach dem Link

Hier gehts lang Click

Nur mal so am Rande (Frühstücksfernsehen)

Samstag, April 14th, 2007

Heute geht pferdemässig in Liverpool die Wutz ab! Heute findet dort nämlich, das Grand National statt, eines der großen Kult-Pferderennen beliebt leider nur unter Menschen, da es als Rennen auch einen etwas zweifelhaften Ruf als sehr gefährlich (für Pferde) hat. Ich möchte mich aber gar nicht dazu äußern, sondern einen Fachmann vorstellen, der dieser Tage immer wieder im Fernsehen zu sehen ist und als wichtige Quelle für Insiderinformationen gilt: John Mc Cririck.
MC Cirick

MC Cirick

Der gute Mann ist einen schöne Illustration des Begriffs Spleen, aber wird als Fachmann ernst genommen und beherrscht auch noch eine unter den Buchmachern übliche Gestensprache. Wie in der Wikipedia nachzulesen wurde er auch ernst genommen, als er einen Herrn Blair kritisierte, der auch einen Spleen hat…..

Heute werde ich meinen vom Stadtleben zerrüttenden Körper nach Edale im Peak-Distrikt schleppen und ihn hemmungslos Sauerstoff, Chlorophyll und anderen Substanzen aussetzen. Sollte ich aus der Wildnis zurückkehren, werde ich an dieser Stelle berichten, ob ich lebende Sandwiches verspeisen musste oder gar wie weiland Reinhold M. Teile meines Portemonnaies amputieren musste. Ich habe mir einen Führer gekauft, was bei Deutschen ja immer gut ist. Ich hoffe natürlich, dass der Ausflug nicht schon wegen Egineering Works auf dem Bahnhof endet. Damit wird hier nämlich der reduzierte oder langsamere Verkehr am Wochenende begründet.

Heute Abend werde ich dann aus der örtlichen Soul-Jazz Szene berichten und wieder reichlich Fremdsubstanzen einatmen.

Marken

Mittwoch, April 11th, 2007

Die Firma Cinzano, zu der Campari gehört hat sich für den englischen Markt eine neue Marke ausgedacht. Basierend auf dem köstlichen „Spritz“, bekannt besonders den Venezianern, soll eine fertige AlkoLimo vertrieben werde. Vielleicht in Erinnerung an Seven-Up ist man auf den wunderbaren Namen Spritz-Up gekommen. Und dass ist irgenwie…..etwas direkt.
Ich glaube nicht, dass diese Marke in Deutschland eine Erfolg wird, außer beim Ballermann.

Ostern

Montag, April 9th, 2007

Es ist 2045GMT+1 und ich sitze am Flughafen und warte auf den Nachtflug nach Manchester. Es ist einfach der Flug um 2135 Hours, aber Nachtflug klingt einfach besser. So wie Nachtzug nach Paris.

Allen ein Frohes Ostern und ich hoffe Ihr hattet genauso schöne Ostern wie ich. Die Liebste hatte sich viel Arbeit gemacht und die Freunde und das Wetter waren großartig. Frankfurt zeigte sich von seiner schönsten Seite und die Winterreifen hatten guten Grib. Ich fand es wunderbar wieder da zu sein.

Einen guten Wochenanfang, haut rein, der Freitag ist nur 4 Tage entfernt.

Ich werde jetzt ein trockenes Lufthansa Brötchen ablehnen und mein deutsches Vollkornbrot mit Lachsschinken mampfen….

See you

Vertigo

Dienstag, April 3rd, 2007

Am Wochenende hatte ich das Vergnügen, das Imperial War Museum zu besichtigen. Wie sein Original in London stellt es den Krieg sehr objektiv da, und wir Deutschen kommen eigentlich noch viel zu gut weg. Die Architektur ist NeoDekonnixisgrade und nur teilweise beeindruckend. Besonders die Li(e)be(s)kind-Sofas sind, na ja, lustig. Wirklich tief beeindruckt hat mich der Aussichtsturm. Als ich nämlich nach 140 Stufen auf die Plattform trat stellte sich heraus, dass der Boden aus durchsichtigem Gitterrost bestand. Ju Hu! Ich bin also tapfer zum Rand gerobbt. Die Plattform ist als Teil der Verkleidung des Turms vergittert. Aber damit man Photos machen kann sind kleine Klappen im Gitter. Da habe ich dann die Kamera hingehalten und die obligaten Photos gemacht. Leider total schief, aber wenigstens nicht verwackelt. Die ganze Anlage ist Teil einer neuen Stadtentwicklung vor den Toren Manchesters. Eine von der Sorte, bei der man sich fragt, warum Planer immer wieder versuchen neue Stadtteile zu planen. Aber tapfer,tapfer die Manchesterianer ziehen dahin, besonders weil es massig Parkplätze gibt. Gegenüber ist dann noch dass The Lowry und das ist dann auch sehr beeindruckend. Insgesamt, die Hintergrundinformation zum Schluss, das ganze Aral heisst Salford Queys und ist etwa 20 mal der Osthafen. Und mein Büro baut fleißig mit. Schaut euch den Link an, da gibt es ein Bild, dass ein anderes armes Schwein aufgenommen hat.

Schalter

Samstag, März 31st, 2007

Ich hatte ja vor einiger Zeit versprochen mich einmal der hiesigen Schalter und Stecker Kultur zu zuwenden. Dies also ist der erste Teil in Form der folgenden Anschauungstafel, die einen Überblick, keineswegs alle Schalter, in meiner Wohnung gibt. In der nächsten Folge werden wir uns dann unseren kleinen Freunden den Steckern widmen, die wie wir wissen in der Serengeti zu den bedrohten Tier….. jetzt bin ich aufs falsche Gleis gekommen.

Die hiesigen Norm-Erfinder gehen, was Sicherheit angeht davon aus, daß Menschen Idioten sind und sind damit eigentlich ganz vorn an der Erkenntnissfront. Leider sind Normenmacher auch nur Menschen. Also geht man davon aus, daß eine Sicherheitsvorschrift die Form einer Einrichtung, Sicherung oder sonstigen materiellen Schutzes haben kann.

Oder eben stattdessen einfach nur eines Hinweises.

Womit wir wieder bei den Menschen sind, die dann eben lesen müssen, daß sie, obwohl sie ein Säugling sind nicht ihr kleines Köpfchen in eine Plastiktüte stecken sollen……. In diesem Spannungsfeld geradezu essentieller philosophischer Wahrheiten oder Weisheiten bewegt sich die Kultur der britschen Elektroinstallations Industrie.

Was uns zu den folgenden Bilder bringt. Viel Spaß und bitte über dem Ärmelkanal nicht jenseits der Linie auf dem Flugzeugflügel laufen, auf der steht: „Do not walk behind this Line“!

Schalter

Japan

Dienstag, März 27th, 2007

Ich habe heute meine erste Postkarte in Manchester erhalten. (und das ist kein versteckter Vorwurf, ich weiß, dass ich auch nie welche schreibe:-) ) Postkarte
Ich möchte das würdigen, weil sie 1. aus Japan kommt und 2. von jemanden den ich sehr bewundere. Jemand, der für seine Leidenschaft, den frühen japanischen Film, eine Menge Arbeit und finanzielle Einschränkungen auf sich nimmt um Japanisch zu lernen, vor Ort zu forschen und dann ein Buch zu schreiben. Ich finde es sehr beruhigend, dass es in einer Welt in der Geld und Banalität fast allbestimmend zu werden drohen noch Menschen gibt, die als Reisende der Geisteswissenschaften andere Ziele verfolgen.

Deshalb viele Grüsse nach Japan いってらっしゃい

Quadrophenia

Sonntag, März 25th, 2007

Falls sich jemals jemand gefragt hat, was aus ihm geworden ist, nachdem der Roller über die Klippe ging…..den werden diese Photos interessieren.Wer nicht weiß wovon ich rede, für den ist dieser Link zur Wikipedia. Ich war ja immer der Meinung, dass er überlebt hat.

MotsMots

Ich hatte am Freitag vergessen, zu erwähnen, dass die CPD eine Baustellenbesichtigungen war. Und wenn man den ersten Reflex, des „Oh Gott, daß reißen wir besser ein, bevor es auf jemanden fällt…..) überwunden hat, ist es sehr spannend ein Wohnhaus ( resi scheme) zu sehen, das ganz als Stahlbau ausgeführt wird. Dabei werden nur Teile brandschützend vekleidet, die der Computer für schützenswert hält. Die Nasszellen kommen fertig aus der Tschechischen Republik, ein Gruß nach …, wo immer er auch ist. Der Rest wird mit Bauschaum ausgespritzt und was immer noch nicht hält kriegt ne Silikonfuge. Dafür sehen die Bauarbeiter aus wie eine Kreuzung aus Werkzeugladen und Robocop . Das Werkzeug (Silikonspritze und Bauschaumspraydose) hat man „am Mann“ und nicht in Werkzeugkästen! Und die Hubbühnenwagen heißen „cherry picker“.

Das ganze ist ein klein bisschen billig, aber dafür kauft man auch mit 25 Jahren seine erste Wohnung.

England im Allgemeinen

Samstag, März 24th, 2007

Ich habe in den der letzten Woche circa 18 Meetings zwischen 20 Minuten und 1,5 Stunden gehabt. In dem Stil, den ich in den letzten Jahren in Deutschland erleben musste, wäre ich am Ende dieser Woche reif für das Irrenhaus gewesen. Hier bin ich zwar auch bedient, aber das ist nichts was sich nicht mit mit einer Portion Chips and Gravy beheben lässt. Immer und zu jeder Zeit haben sich alle Beteiligten zivilisiert verhalten. Auch wenn der eine oder andere unverschämt war, wurde dies zumindest nicht zum Anlass genommen die Fassung zu verlieren und ausfallend zu werden. Und in dieser Atmosphäre hatten auch stiller Naturen die Chance zu Wort zu kommen. Ganz zu Schweigen natürlich von der Tatsache, daß ich ja immer erst nachdenken muß, bevor ich etwas sage und dadurch meine Beiträge eine gewisse Kürze, Prägnanz und Substanz bekommen, die man manchmal vermisst hat. Zum Schluss wird dann immer noch ein Scherz gemacht oder über das Wetter geredet. Ich sage oder, weil das Wetter ist eine ernste Sache!

Ein anderes Erlebnis dieser  Woche war eine CPD, das steht für „Continuing Professional Development“, also Fortbildung. So was haben wir regelmäßig, etwa alle 14 Tage, wobei es mehr Angebote gibt als man wahrnehmen kann. Das reicht von dem Vortrag über Business Procedures, Bauantragsbearbeitung, Lichtplanung bis zu Baustellen- oder Firmen Besuchen. Besonders die Baustellenbesichtigungen sind beliebt und sogar schnell ausgebucht. Völlig selbstverständlich werden die Kollegen die ein „Project on Site“ haben ermuntert ihren Kollegen im Büro den Fortschritt der Arbeiten zu zeigen und die Informationen ins Büro zurück zu bringen. Das ist so selbstverständlich, das ich gar nicht daran denken mag, das es Büros geben soll, die einen großen Verwaltungsbau abgeschlossen haben und sogar die Bilder im Büro limitieren. Alles hat natürlich zwei Seiten: Meine Firma ist so groß , dass es viele Leute gibt die nur noch Manager und kaum noch Architekten sind. Aber wiederum andererseits haben wir dadurch Projekt für die nächsten 5 Jahre!

Ostern werde ich übrigens in Frankfurt sein. Ich nehme gerne Bestellungen für Englische Produkte entgegen, solange der Export halbwegs legal ist 🙂

Deutsche in der Ferne

Sonntag, März 18th, 2007

Eine nette Kollegin fragte mich ob wir uns den Eröffnungsfilm des hiesigen 13. Spanish and Latin Filmfestval VIVA ansehen sollten. Also haben wir uns nach der Arbeit, 5 min vom Büro am Kanal entlang im Cornerhouse ( Gebaut von Herrn Simpson) getroffen. Und besagter Film hatte einen Hauptdarsteller, der in Deutschland wohlbekannt ist: Daniel Brühl. Was wenige wissen, seine Mutter ist Spanierin und er spricht Spanisch und versteht Katalane. In seinem Film „Salvador“ geht es um einen „Anarchisten / Widerstandskämpfer“ gegen Franco, der trotz vieler Proteste hingerichtet wurde. Der Film ist sehr intensiv und zum Teil grausam präzise. Leider konzentriert er sich sehr auf die emotionale Seite, aber ich glaube, daß war Absicht, da der Regisseur die Erinnerung an diesen Menschen wachhalten wollte. Egal, wie man zum Thema steht, zu dem es sicher auch eine deutsche Perspektive gibt (Widerstand gegen Hitler/RAF), die schauspielerische Leistung ist großartig.
Und das sage ich jetzt nicht nur weil wir nach dem Film mit ihm gesprochen und er einen sehr netten Eindruck gemacht hat. 🙂

Herr Bruehl

Austenmania (Eindrücke der Liebsten …)

Sonntag, März 18th, 2007

Hier in England gibt es die Austenmania als anerkanntes Krankheitsbild. Hauptsächlich Frauen werden damit infiziert. Es beginnt mit einem leichten Interesse für Kitschromane mit Happy End. Heute auch als Chick Lit bekannt, darf man nicht vergessen, dass das Prinzip „girl meets boy, they are made for each other (everybody knows but them), they quarrel and finally a happy end“ eines der ältesten Erfolgsrezepte für Frauenliteratur ist. Pride and Prejudice oder auch P&P, wie es hier genannt wird, wurde um 1820 herum von Jane Austen geschrieben und ist somit eines der ältesten Chick Lit Bücher überhaupt (zumindest eines, dass sich heute noch sehr gut verkauft). Ich muss gestehen, dass ich es als Austens besten Roman ansehe.

Wie gesagt, die Austenmania beginnt mit einem Buch, doch richtig infiziert wird man erst, wenn man die BBC Verfilmungen gesehen hat. Nicht nur von P&P, sondern von vielen anderen ihrer Romane gibt es Verfilmungen (älteren und neueren Datums) und man kannn davon ausgehen, dass wenn ein solcher Film im Fernsehen läuft, Englands Straßen leer von Frauen sind, da sie alle vor dem TV sitzen. Auch heute Abend wird ein solcher sein, denn ITV (nicht BBC) startet heute eine neue Serie, in der diverse Romane von Jane Austen verfilmt werden. Heute wird Mansfield Park zu sehen sein, des weiteren sind Persuasions, Emma und Northanger Abbey geplant. P&P wird wohl nicht verfilmt werden, denn es wurde ja erst vor 2 Jahren furchtbar von Hollywood verwurschtelt (mit sehr unpassender Besetzung) und brilliant von BBC mit der Starbesetzung von Colling Frith und Jennifer Ehle. Ein schöneres Traumpaar kann es gar nicht geben.

Doch ich war bei der Austenmania stehen geblieben … wie gesagt, es beginnt mit einem Buch, wird durch die Verfilmungen erst richtig in Gang gesetzt und zeigt sich dann in diversen Phasen des alltäglichen Lebens. Sei es, dass man eine Tasse auf dem Tisch hat, auf dem die alten Cover der Penguin Editionen sind, dann hat man natürlich die Bücher im Regal stehen und die Filme auf Video oder DVD, so dass sie jederzeit wieder gesehen werden und man fängt an, mit anderen Infizierten in einer Art zu kommunizieren, die viele Zitate beinhalten und für Außenstehende nur schwer zu verstehen sind. Z.B. wird in kritischen Situationen gerne ausgerufen: „Quick, my smelling salt. I feel the faintness coming upon me again.“ oder aber es wird in Hörnervzerstörender Frequenz nach Mr. Bennet gerufen und wenn es hart auf hat kommt, dann wird gerne gejammert: „Have some compassion for my poor nerves. You don’t know what I suffer.“

Und jetzt läuft hier auch noch der Film „Becoming Jane“ im Kino, nachdem es keine Romane von Austen zu verfilmen gibt. Leider hat der Film so viel Tiefe wie ein Blumenuntersetzer. Er ist ein netter Zeitvertreib und Hathaway ist eine hervorragende Besetzung für Jane Austen, aber es hat wenig von dem Esprit und Wortwitz von Austens eigentlichen Romanen. Aber mit der Austenmania kommt leider auch die ständige Sucht nach „cosume/period dramas“. Und manchmal stösst man dabei auf eine Goldgrube. Für mich z.B. ist es North and South. Ein Roman von Elizabeth Gaskell, der 1844/45 als Fortsetzungsroman in „Household World“ erstmals veröffentlicht wurde. Anders als bei Austen, die zeitkritisch über die Gesellschaft geschrieben hat, dabei aber hauptsächlich in einer Gesellschaftsschicht blieb, lebte und schrieb Gaskell in Manchester. Daraus resultierte eine ganz andere Gesellschaftskritik. Es war nicht nur die Differenz zwischen der Arbeiterklasse und der Masterklasse, sondern auch die geographische Differenz zwischen dem gediegenen Süden (hauptsächlich Aristokratie und einem eher unhektischen Lebensstil) und dem dreckigen Norden (hier war die Masterklasse die Allesbestimmende, die aber von der Aristokratie des Südens nicht ernst genommen wurde). Für Gaskell-Studien gibt es in Manchster ein eigenes Forschungszentrum und in der Bibliothek bekommt man massig Sekondärliteratur.

Die BBC Verfilmung von North and South ist eben so gut wie P&P und so haben Liebhaber den Vorteil insgesamt ca. 10 Stunden stolze Helden und tapfere Heroinnen beschmachten zu können. WARNUNG: hohe Suchtgefahr!