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Wetterpoesie
Samstag, März 17th, 2007The Sunday Times
Samstag, März 17th, 2007Wie mir eine freundliche Dame bei der Leser Hotline ( klarer Fall von Scheinenglisch: Die heißen hier Serviceline oder einfach 0800) der „Die Zeit“ erklärte würde mich ein Abonnement der Zeit in England ruinieren und ausserdem würde die Zeit zwar von einem mobilen Einsatzkommando aus Fallschirmspringern ausgeliefert , aber trotzdem leider mit mehreren Tagen Verspätung . Also habe ich mich nach einem Ersatz umgesehen. Und die Sunday Times gefunden. Diese erwirbt man in einer Plastiktüte, die auf den ersten Blick das Altpapier von 4 Wochen enthält. Im Detail sind das dann:
Ein Reisemagazin: Travel
Ein Modemagazin: Style
Ein Magazinmagazin: The Sunday Times Magazin
Ein Motormagazin: InGear
Ein Einrichtungs- und Immobilien-Magazin: Home
Ein Kulturmagazin: Ratet mal? Genau! culture (Da ist ausserdem das Fernsehprogramm drin)
Ein, zwei oder drei Beilagen, wie „The 100 best Companies to work for“ oder Computer Kataloge oder eine DVD, zum Beispiel „Talk Radio“
Und natürlich eine Zeitung namens „The Sunday Times“, die ich so zwischen Spiegel und Stern ansiedeln würde, mit vielen Kommentaren, die hier, das ist mein erster Eindruck nicht nur eine Ein Spalten Sache sind. Wer sich ein Bild machen will: Ich hole sie morgen früh bei der News Agency und wer zum Frühstück kommt…… Es gibt übrigens Smoothies, Grapefruit und Crumpets…….
Die Liebste erwähnt gerade: Wir haben noch Bagel und Orangen-Marmelade
Risk Management Workshop
Dienstag, März 13th, 2007Mal wieder was gelernt:
So wie hier jemand am Tisch sitzt und laufend die Kosten des Projekts kalkuliert, jemand auf Sicherheit und Gesundheit achtet und ein anderer auf die Strassen, gibt es eine Einrichtung die sich Risk Management nennt. Hier sagt jeder was er für ein Problem oder ein mögliches Risiko des Projektes hält. Danach wird versucht dies in Kategorien einzustufen. Und natürlich finanziell zu bewerten. Traditionell scheint der Architekt den Bauherrn und der Bauherr den Architekten auf die Liste zu setzen. Insgesamt vermeidet man so das Problem des „Das haben wir doch früher schon gesagt“. Es reicht also nicht etwas ins Protokoll zu schreiben, oder sich von jemanden etwas bestätigen zu lassen. Man muss sagen, dass etwas ein Risiko ist.
Ich bin gespannt wie das weiter verfolgt wird und wann meine Sprachkenntnisse auf der Liste landen …….
Das Risk Management macht übrigens der Architekt, natürlich in Absprache mit dem Designteam.
Montag treffen wir uns nacheinander mit allen Abteilungsleitern des College um den Entwurf durchzusprechen und die Anforderungen, also den „Brief“ zu definieren. Drückt mir die Daumen, oder wie man hier sagt: „Fingers crossed“
St. Patrick´s Day
Montag, März 12th, 2007Manchester goes Irish. Was soll das denn bedeuten? Auf alle Fälle besagt ein Banner vor den Toren des Rathauses, dass es irisch zugeht. Der Platz ist mit Zelten und Ständen voll und die Leute haben komische grüne Hüte auf, die Kinder haben gemalte Kleeblätter auf den Backen und spätestens jetzt ist einem klar, dass es sich um St. Patrick’s Day handelt. Wenn das Wasser in den Kanälen von Manchester fliessen und nicht stehen würde, dann hätten sie es wahrscheinlich grün gefärbt. In einem riesigen Zelt spielt eine Band irische Musik und an der Bar wird Guinnes ausgeschenkt … und jeder ist bereits mittags etwas angeheitert.
Anlässlich der Feierlichkeiten vor dem Rathaus hat selbiges seine Türen geöffnet und der Pöbel hat Einlass. Das Rathaus von Manchester erinnert stark an den Römer in Frankfurt. Ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, dass uns das Mittelalter vorgaukelt und innen mit hervorragender Handwerkskunst verziert. Wie bereits gesagt waren viele Räume offen in denen die Leute saßen und gegessen und getrunken haben, ihre Kinder gewickelt oder sich in irischem Volkstanz geübt haben. Ich glaube kaum, dass es sowas in Frankfurt geben könnte, selbst beim Tag der offenen Tür hat alles seine bürokratische Ordnung.
Hier naht der St. Patrick´s Day mit grossen Schritten. Und da die Feierlichkeiten schon begonnen haben eine kleine Photographische Zusammenstellung.Einfach auf das Bild clicken…….und dann auf die kleinen Bilder…..und zurück geht es dann über Home.

Mittagspause
Freitag, März 9th, 2007Ich befinde mich gerade in einer der entscheidenden Phasen des Arbeitsalltags: Lunchtime! Da ich ja das Glueck habe in einer Stadt zu arbeiten, ist die Auswahl gross. Da gibt es die Standardketten, die oertlichen Sandwich-Shops, fast alle Sorten von Restaurants, und natuerlich die Chippys, wo es Fishandchips, Nierenpaste und Fishandbarn, das ist Brot mit Chips gibt. Peppen kann man das mit Gravy, das ist eigentlich Bratensosse aber eher mit der klassischen deutschen Einbrenne vergleichbar.
Lassen wir also diese Koestlichkeiten links oder besser rechts liegen und wenden wir uns dem 7.Himmel des Fertigessens zu, den Sainsburyies und Tescos. Hier gibt es alles was man in der Mittagspause verdruecken kann in sehr guter Qualitaet. Natuerlich spuert man beim Preis den Kaufkraftlevel.
Dafuer gibt es unglaublich leckere Salate, Pasta und fertig zerteilte Frucht-Zusammenstellungen. Ausserdem leckere Cookies und Crisps im allen Varianten. Und zum Trinken natuerlich Smoothies. Das sind Fruchtsaefte von dicker Konsistenz die manchmal auch Joghurt enthalten.
Entgegen aller Verlockungen habe ich mich aber heute selbst versorgt und mir Brote auf der Basis polnischens Graubrotes gemacht. In Kombination mit dem Belag aus franzoesischen Kaese und italienischem Schinken und dem Apfel aus Spanien sitzt sozusagen Europa am Tisch. Der englische Beitrag ist Flapjack, das ist der Grossvater der Mueslieriegel und besteht aus Honig und Haferflocken. Und der kommt uebrigens vom ALDI!.
Shopping
Sonntag, März 4th, 2007Heute hat es geregnet und da das in dieser Stadt durchaus nicht selten ist hat man etwas dagegen unternommen: Man baute das Trafford Center. Das ganze sieht aus als hätte Dr. Frankenstein ein Architekturbüro eröffnet und das Hessencenter, die Titanic und Versailles zusammengenäht und dann Stromschläge durch das Ganze gejagt. Die Flucht vor den wütenden Bürgern endete 30 min mit dem Bus vor der Stadt, wo sich dieses „Ding“, nachdem es den Einzelhandel der umgebenden Vorstädte ausgelöscht hatte zum Sterben niederlegte. Sollten man meinen. Dieses traurige aber vernünftige Ende wurde leider von den Bewohnern derselbigen Vorstädte durchkreuzt, die in Massen durch die Gänge dieses Gebildes strömen und es munter am Leben halten.
Ich möchte hier nicht in die erzählerische Breite gehen, da ich keine Kamera dabei hatte und mir das ohne Bilder so und so keiner glaubt. Aber es sei der Hinweis gestattet, das sich tatsächlich im Inneren ein Schiff, das allerdings nicht Titanic heisst, die grösste Halle mit einer orientalischen Hafenstadt teilt. In der gerade neu gestalteten Eingangshalle hängt ein Kronleuchter von der Grösse eines Reihenhauses und „The Dome“ zitiert mit seinen Wandgemälden….. genau den Petersdom, nur das der keinen Springbrunnen hat, was sicher nachzurüsten wäre.
In jede Fall: Der Spruch, “ To save money for a rainy day“ findet hier seine Begründung, den hier kann man das Geld dann im Trockenen ausgeben…..
TV Gestern lief in BBC2 Robin Hood, die Trickfilm Version. Wusste jemand, das Prinz John von Peter Ustinov gesprochen wurde, der seinen Assistenten, die Schlange ununterbrochen mit Alliterationen traktiert, z.B. „Stupid Servant“ Am besten aber fand ich „Reluctant Reptile“!
Korrektur
Sonntag, März 4th, 2007Dank Hinweisen aus mitunter gut unterichteten Kreisen möchten wir folgende Richtigstellung veröffentlichen:
Das lautmalerische pi wird natürlich „p“ geschrieben.
Und quit ist mitnichten eine glatte Summe sondern landläufig für Pfund, die örtliche Währung. Es schreibt sich übrigens „quid“
(Klugschei**er heißt auf englisch übrigens „smart ass“)
Kleine Runde
Samstag, März 3rd, 2007Heute schien die Sonne selbst in meine dunkle Hütte, aber wie schon ein leider verstorbener Professor von mir sagte: besser als Morgensonne und brüllende Vögel auf der Fensterbank ist eine Wand auf die die Sonne scheint!
Allso habe ich eine Runde durch das Viertel gedreht. Dabei habe ich einen Laden gefunden, der die Sicherungen hat, die hier in j e d e m Stecker sind. 70 pi quit und ich habe einen Vorrat, der die nächsten Jahre reicht. Pi ist übrigens nicht die Aufforderung, den Preis mit 3,14…. zu multipliziern sondern landläufig für Pence.Und quit sagt man wenn es eine gute, günstige und runde Summe ist. Ein Bentley zum Beispiel kostet 100 Grand quit. Grand = 1000.

Dann noch ein Laden: Racks to Bitches

und meinen lokalen FishandChips:

Dann habe ich ein Unterhaltung beim Mobile-Dealer mit der Quadratnull und den Luftblasen gehabt, der mir erklären musste warum ich plötzlich Fussball News aufs Händy bekomme. Kostenpflichtige Bilder von schwitzenden Männern, die in Unterhosen hinter einem Ball rumrennen und der wichtigen Information, daß ein Spieler von Manchester United doch keine Nasen-OP hatte….. Ich habe dann auf seine Anweisung hin STOP getextet und jetzt soll Schluss sein.

Dann war ich im Craft-Center, das ist eine alte kleine Fabrikhalle voller Kunsthandwerksläden und eine kleine Bühne mit einem Cafe, sehr schön und ich vermute eine ideale ökologische Nische für die Liebste.
Jetzt sitze ich im Oklahoma, was eine Kombination aus Ordnungssinn,Eledil(Kelkheim),Plattenladen, Gadget-Shop und Ökorestaurant ist und die grössten Muffins hat, die ich je gesehen habe.
Und zum Abschluss, auf die Gefahr, daß das hier noch ein Bilder-Blog wird, die teuerste Parkhaus Fassade der Welt:

David
Donnerstag, März 1st, 2007Bin nur ich das, oder werden andere Deutsche im Ausland auch auf David Hasselhoff angesprochen? Ich bin schon des öfteren gefragt worden warum Deutsche David lieben. Und das tun wir auch heimlich weil:
1.Jeder kennt ihn und sein Auto (na wie heißt es?)
2.Jeder kennt seinen Song ( I am looking for ……..)
Also na bitte, aber warum ist dieser Mann im Ausland nur als der Popstar der Deutschen in Erinnerungen. In Interviews ist ja immer so ein Kumpeltyp, mit dem ich gerne mal ein Bier trinken würde, wenn ich mehr davon trinken würde und er nicht immer in der Betty-Ford-Klinik wäre.
Übrigens sind hinter der blauen Schrift Links, gell nur mal so für die Internet-Doppelklicker.
Wer noch nie den örtlichen Dialekt gehört hat, kann sich übrigens bei der Liebsten „North and South“ ausleihen. Obwohl das nur ein schwacher Anklang ist. Oder Ihr sucht euch mal eine Folge Coronation Street im Netz, die wird nähmlich etwa Luftlinie 250 Meter von meinem Büro gedreht! Yu wud laik it luv! Miself laik it veri mutch! Na Ja so ähnlich, ich arbeite dran. Aber dann habe ich eine junge Frau getroffen, sie arbeitet bei der anderen Firma im Haus und ich dachte: Der Dialekt, das muss walisisch sein, oder Dale oder Cheshire oder….. Aber heute morgen hörte ich sie in ihrer Muttersprache parlieren: Französisch. Soviel zu meinen linguistischen Forschungen….. Übrigens Grüsse nach Portugal, da macht gerade ein Computer-Linguist und eine ehemalige Lehrerin Urlaub! 🙂
Angesicht der Tatsache, das man für die ersten verdienten Kröten keine Steuern zahlt, den die ersten circa 5000 sind ja steuerfrei, war ich heute bei Cafe Nero, der örtlichen Starf**k Alternative: Kressesandwich, Crisps (Kartoffel-Chips , weil Chips sind Pommes Frites) und Caramelatte. Fragt noch einer warum ich hier leben will?
Neue Bilder
Dienstag, Februar 27th, 2007Das weltberühmte Milchauto, bringt (natürlich elektrisch) die Milch für den Tee. Wie mir eine Kollegin erklärte sind die Dinger gefährlich, wenn man morgens nach der Disco versoffen und verpennt nach hause tapert: Sie sind sehr leise und schnell unterwegs.

Und noch ein Oldie , die natürlich gar nicht Oldie heißen, den Begriff kennt hier keiner, sondern Classic-Car. In diesem Fall ein Morris Minor. ( So klein und kann Latein). Hier klicken um 1000 Varianten davon in Google zu sehen!
Und noch zwei Bilder vom Chinesischen Neujahr, das ist Fassenacht für Peking-Enten. Der Drachen verfolgt eine Kugel, wahrscheinlich eine Pille, die gegen Glutamat-Kopfschmerzen wirkt.

Und das nächste Motiv ist auch als Postkarte erhältlich, Bestellungen per email bei mir, oder schickt einfach eine Postkarte mit eurer Adresse!

Da kann ja jeder gucken….
Samstag, Februar 24th, 2007Einige grundsätzliche Gedanken zu den Kommentaren und zu dieser Seite und diesem Blog: Natürlich ist diese Seite und auch die Kommentare grundsätzlich jedem im Internet zugänglich. Nur wer etwas schreibt wird „überprüft“. Lesen kann jeder Bewohner dieses Planeten, der Internet-Zugang hat. A b e r , wie bei einer Unterhaltung in einem Cafe oder in der U-Bahn. Man redet über Dinge und keiner hört hin. (bei mir oft noch nicht mal die Leute mit denen ich rede, das kommt davon wenn man soviel redet).
Übertragen auf diese Seite, bedeutet das: Ich freue mich über Kommentare, schnelle Grüße oder weiterführende Gedanken. Dieses soll schnell, spontan und leicht möglich sein. Dafür ist so ein Weblog ideal. Deshalb werde ich natürlich auf diese Seite weder volle Namen verwenden, noch Adressen (Email oder real), noch Telephonnummern oder irgendwelche Informationen, die vertraulich sind. Nach Möglichkeit noch nicht mal Vornamen. Und auch in den Kommentaren sollte man das einfach vermeiden.
Ohne diese „Schlüssel“, bleibt das ganze das Gegenstück zu einer netten Unterhaltung, bei einem Treffen auf der Strasse oder woanders. Und das ist genau das, was ja aufgrund der in der realen Entfernung nicht möglich ist.
Also ran an den Comment und viel Spass……… oder eine Email schreiben 🙂
Pub
Freitag, Februar 23rd, 2007
Immer in Sichtweite des Bethamtower….
Die oberen drei Geschoss gehören übrigend dem Architekten und sind sein Penthaus!!!! Das lässt doch keine Fragen über den Status von Architekten offen, is´nt it. Im Vordergrund die Kanäle von Castlefield und mein Büro in der Mitte. Und der nächste Pub ist unten um die Ecke. Und das Glas Bier ist der Grund warum ich müde wie ein Stein bin. Aber die Aufgaben eines echten Forschers sind vielfältig und dieser Aspekt des hiesigen Lebens musste erforscht werden.
Die ersten zwei Wochen sind um und der Client ist nicht geschockt, das sein College 8 Geschosse hoch wird. Wenn ich richtig gerechnet habe wird mein erstes Projekt nach deutschem Recht ein Hochhaus und ist etwa 1,5 mal Hagen ( Wem das was sagt) Und ich fürchte ich bin Projektleiter oder so. Hier ist alles in terms of hierachie a little bit na ja wage. Das lassen wir dann mal auf uns zukommen und wenn es da ist gehen wir einen Schritt beiseite und lassen es vorüber ziehen. Bei dieser Gelegenheit schöne Grüße nach Friedberg, insbesondere F. und A.. Möge die Rübe mit euch sein. Ich hoffe, daß ich am Wochenende einige der netten Emails beantworten kann, die ich bekommen habe. Besonders die japanischen Grüsse werden schwierig zu beantworten. Des weiteren werde ich mit der deutschen Community tanzen gehen und g a n z vielschlafen.
Und im Anschluss noch ein schönes Bild aus New Brighton:

Online Again
Mittwoch, Februar 21st, 2007E N D L I C H Broadband. Also für alle die mich kennen, ich bin Broadband-Abhängig und ich werde auch zu den Treffen der Anonymen-ADSLer gehen, ich muß nur noch gerade im Internet nachschauen wann das ist…….
Also ich bitte die Verzögerung zu entschuldigen, meine Festplatte hatte sich mit dem Geräusch von Fingernagel auf Tafel verabschiedet und die Verbindung über den Internationalen Zugang der T-Com (Informationen bei mir) begann an Nerven und Geldbeutel zu zehren. Also TotalBroadband von Britsh Telecom. Ich werde noch Tage brauchen um alle Programme wieder zu löschen, die bei der Installation so mit gekommen sind. Nachher habe ich entdeckt, dass man nur auf der Rückseite des Modems das Passwort abtippen muss. Jetzt also Live und im Internet: Die Late Night Show with Robert Letterman.
Ich sitze im Moment an meinem neuen Tisch den die Liebste und ich in IKEA erstanden haben. Das liegt in Aston under Lyne und ist etwa 15 Minuten mit dem Schienenbus ( So nannnte man doch diese Dieselminizweiwagenbahnen oder?) entfernt. Etwas andere, zum Teil schönere Möbel und Meatballs statt Kötbula.Dafür haben sie kleine AOK-Chopper auf die man die Tabletts stellen kann! Einkaufen ist so und so das liebste Hobby der Engländer und das treibt die Wirtschaft an und den Overdraft in die Höhe. Die können gar nicht zum Euro wechseln, denn die Hälfte des Geldes ist Überziehungskredit!
Heute bin ich den ganzen Tag mit einer Gruppe aus unserem Büro und Clients unterwegs gewesen um Colleges anzusehen. In der Firma haben sie eine Strategie-Gruppe für die Akquisition von College Neubauten. Der Standard ist ein völlig anderer und die Baumängel würden bei uns zum sofortigen Abriss führen 🙂 Aber dafür bauen sie hier drei zum Preis von einem und die Ausstattung mit Material und Hardware ist uns um 10 Jahre voraus. Oder schon mal von einem Gymnasium mit 200 Rechnern gehört? Und statt Tafeln Smartboards auf die man schreibt und gleichzeitig in den PC überträgt. In den ärmeren Gegenden zahlen sie sogar Geld, damit jemand auf das College geht.
Der Schwerpunkt liegt auf Dienstleistungen und Handwerk wenn es ein Technical College ist und die normalen sind eher wie unsere Oberstufen. Wer etwas über das Kantinen-Essen wissen will…. Jamie Oliver ist die Wahrheit.
Auf der Hin- und Rückfahrt sind wir durch die grünen Hügel und die Hochmoore gefahren und diese Landschaft sieht schon im Februar klasse aus. Ich freue mich schon auf die ersten Ausflüge. Ich frage mich immer noch wo die ganzen Steine wahren, bevor sie zu Mauern zwischen den Feldern aufgeschichtet wurden. Das Land muss bedeckt gewesen sein.
Die Liebste ist übrigens heil zurück in Frankfurt und jetzt beginnt für uns die Long-Distanz-Phase. Keep your fingers crossed, please! Ich erwarte das erste Versorgungspaket mit Handtüchern, Teesieben und allem was ich vergessen habe. Adresse, Telephonnummer und Mobile ist verfügbar, falls meine Rund-Mail jemanden nicht erreicht hat.
Take Care
Officetalk
Samstag, Februar 17th, 2007Um die erste Arbeitswoche zusammen zu fassen würde ich sagen: Genauso und völlig anders! Brutto-Geschossfläche ist hier Gross-Area, aber die wird nur bis zur Innenwand gemessen. Die neuste Verordnung zu diesem Thema liegt in der Firma tatsächlich unter Verordnungen auf dem Server, als PDF. Die Quadratmeter schreibt man nicht m hoch 2 sondern einfach m2, geht auch nicht anders, da es die hochgestellten Zahlen auf der englischen Tastatur gar nicht gibt. Genauso wenig wie das Ü, das Ä, das Ö oder das ß. Und natürlich sind z und y vertauscht. Die Menüs im Computer sind fast identisch und einfügen heißt halt past.
Eine Sache über die ich noch berichten werde, sind die „three letter acronyms“, die Abkürzungen, die es für alles und jedes gibt, zum Beispiel wird für mein neues Projekt: Technical College Huddersfield (HTC) die LSC eine grosse Rolle spielen. Dort wird ermittelt wann, wie und wo ein College gebaut werden darf
Es ist klar , daß man sich mit, „John, how are you?“ begrüsst und klar ist auch, daß man ohne lange Selbstbetrachtung und Insichgehen antwortet „I am fine Robert, how are you?“, mögliche Antwort auch:“Not so bad!“, das heißt dann, daß man fast tot ist und sich wundert, wie man ins Büro gekommen ist.
Und natürlich redet sich jeder mit dem Vornahmen an, was bei einer Planungsrunde schon komisch ist. Zumal jeder zweite John heisst.
Tee, der hiesige Kaffee wird nicht eigennützige geholt, sondern man fragt in die Runde wer etwas möchte und bringt die Bestellung notfalls mit dem Tablett. Unsere beiden Cefs, die mitten im Büro an den gleichen Tischen sitzen, sehe ich mehrmals am Tag Tee,Kaffe und Wasser austragen.(Die ganzen Sachen werden natürlich von der Firma gestellt.)
Ab fünf lehrt sich das Büro und nur ein paar Kollegen sitzen noch vor der Kiste. In der letzten Tagen war ich dabei, da ich halt für alles noch etwas länger brauche und auch den ganzen Tag Google, LEO und den Explorer mit den Unterlagen offen habe.
Ich L A U F E dann nach Hause und zwar durch eine Stadt, womit zwei meiner sehnlichsten Wünsche schon erfüllt sind.
Nachtrag für Rübianer: Die „Brown Souce“, die man statt Ketchup über alles tut enthält Melasse, also werden hier irgendwo Rüben angebaut……..
Die Wohnung Teil 3
Samstag, Februar 17th, 2007Jetzt bin ich genau eine Woche in der Wohnung, und so langsam bekomme ich auch schon die ersten Briefe von British Telecom und der Bank in meinen Briefkasten. Diese Schreiben sind wichtig, denn damit habe ich einen offiziellen Adressnachweis, den ich unter anderem für einen Bibliotheksausweis benötige.Ausserdem ist mein Briefkasten auch noch täglich mit Schreiben für meinen Vormieter voll …
Inzwischen ist mein Schlüsselbund auch komplett, dass heißt, ich habe auch den fehlenden Schlüssel für den Müllraum bekommen. Mitte letzter Woche wurde es echt kritisch, da ich dringend den Müll hätte entsorgen sollen, aber nicht in den Raum kam. Meine Freundin ist dann (wie jeden Tag) zu der Property Agency, die uns die Wohnung vermietet hat, gegangen und hat persönlich den Schlüssel abgeholt. Leider war es wieder der Falsche. Also haben wir am daruaffolgenden Morgen (wie jeden Tag) angerufen und meine Freundin st wohl ziemlich deutsch geworden, will heissen, sie hat die Höflichkeitsfloskeln schnell beiseite gelassen und kam gleich auf den Punkt, dass bis Mittags einer von der Agency mit den Universalschlüsselbund persönlich vorbeikommen, den richtigen Schlüssel herausfinden und ihn dann in unseren Briefkasten werfen sollte. Und plötzlich ging das auch …
Dann waren da noch die täglichen Anrufe bei der Agency wegen des Geschirrspülers. Man glaubt es kaum, aber Donnerstag bekamen wir einen RÜCKRUF der uns mitteilte, dass der Servicemann abends zwischen 18h und 21h vorbeikommen wollte (Hausbesuche in Manchester Innenstadt werden grundsätzlich nur zwischen 18h und 21h gemacht, da man vorher keinen Parkplatz bekommt, da hier alles Halteverbot und Lieferzone ist). Wie man sieht, sind die Zeiteinschätzungen für und bei englischen Handwerkern ähnlich wie bei dem Deutschen. Der Mann kam dann auch gegen 19:30h, nahm die halbe Küchenzeile auseinander, zerlegte die Geschirrspülmaschine, um dann festzustellen, dass er zwar die Fehlerquelle gefunden, das Ersatzteil aber nicht dabei habe. Er käme dann Montag wieder. Auf die naive Frage meiner Freundin, warum er denn nicht am nächsten Abend, also Freitag wiederkäme meine er: „Sorry Luv, can’t do. Friday night is beer night, I have to go to the Pub.“ Wenigstens war er ehrlich, war ja auch echt eine naive Frage von uns. Auf alle Fälle kommt er (aller Voraussicht nach) Montagabend wieder, um dann die Maschine endgültig zu reparieren…
„It always rains in Bath“
Samstag, Februar 17th, 2007In diesem Beitrag möchte ich mich den englischen Bädern widmen. Dabei meine ich nicht die Städte, die zugleich auch Erholungsbäder sind, sondern die Naßzellen in der Wohnung. Das, was in Deutschland ein Luxus ist, nämlich die Badewanne, ist hier Standard. Dafür gehört eine Dusche, damit meine ich keine separate Duschkabine sondern nur die Vorrichtung eines Duschkopfes, hier in England zur den Goodies bei einer Wohnung.
Ich habe nicht nur eine Badewanne mit einem Duschkopf, sondern einen von der englischen Sorte: Messing und ca. 25cm im Durchmesser. Meine Freundin hat schon immer von so einer Dusche geträumt, aber seit sie hier geduscht hat, ist sie mehr als desillusioniert. Man muss schon fit sein, um dem Wasserdruck, der aus der Dusche kommt, stand zu halten. Jetzt verstehe ich auch, warum die allgemeine englische Haartracht bei Männern, ein fast kahl rasierter Schädel ist. Wer täglich unter solch einem Duschkopf duscht, bekommt innerhalb kürzester Zeit einen rückgängigen Haaransatz oder besser gesagt, die Stirn wird von Tag zu Tag höher.
Aber das ist noch nicht alles. Das typisch englische Waschbecken ist nicht mit einer Mischbatterie ausgestattet (wäre ja auch praktisch) sondern mit zwei Wasserhähnen. Einem aus dem kochendes Wasser kommt, und ein zweiter, aus dem Eiswürfel fallen. Wenn man sich also mit lauwarmen Wasser z.B. die Hände waschen will, dann muss man mit den Händen blitzschnell von links nach rechts und wieder zurück. Als Anfänger hat man auf dem linken Handrücken Brandblasen und auf dem Rechten Frostbeulen. Besonders spassig wird die Sache beim Zähneputzen ohne Zahnputzbecher …
Um das Bad zu heizen, gibt es keinen Heizkörper (so was wie Zentralheizung ist hier eh ein Fremdwort), sondern einen beheizbaren Handtuchhalter. Zwar kann man per Zeitschaltuhr den Boiler programmieren, damit er ca. eine halbe Stunde vor dem Aufstehen das Wasser heizt, der beheizbare Handtuchhalter allerdings muss von Hand per Schalter eingeschaltet werden und braucht ca. 40 Minuten, bis man abstrahlende Wärme verspürt. In der Zeit hat man allerdings in der Regel bereits geduscht und das Bad ist durch den heißen Wasserdampf beheizt. Ist aber ganz praktisch, damit die nassen Handtücher schneller trocknen. Besser gesagt, um ein kleines Handtuch zu trocknen, denn bereits für Dusch- oder Badetücher ist mein Handtuchhalter zu klein …
Für die Wochendausgabe bereite ich eine Dokumentation der Schalter meiner Wohnung vor……im Ernst !
